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Monday, 11 January 2010 12:24 |
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Mit Schlagzeug, E-Bass, Drehleier und Schäferpfeife hat die CD gleich einen fulminanten Auftakt. Was folgt lässt sich beschreiben als ein fröhlicher Reigen durch alle möglichen Spielarten handgemachter Folk-Music. Diesmal gehen Gudrun Walther und Jürgen Treyz scheinbar wieder einen Schritt zurück, indem sie mittelalterliche und altdeutsche Lieder neu aufbereiten und in köstlich modernen Arrangements präsentieren - eine überaus produktive Ideenschmiede. Zusammen mit befreundeten Gastmusikern haben sie hier ein ebenso witziges wie mutiges Album aufgenommen. Was im ersten Augenblick wie ein schelmiges Trinklied beginnt, entpuppt sich später mit seinem genial arrangierten mehrstimmigen Gesang als echter Kracher. Der "Wirtshaus-Zwiefacher" erinnert beim Einsatz der Tuba und Posaune stark an die Klänge der bayrischen Band Biermösl Blosn. Die Musik sprudelt voller musikalischer Querverweise, Seitenhiebe und ironischer Zitate. So etwas kann man nur spielen, wenn man sämtliche musikalischen Idiome kennt. Hervorzuheben ist der wunderschöne, oft mehrstimmige Gesang, sowie das Gitarrenspiel von Jürgen Treyz, der auch für die meisten Arrangements verantwortlich zeichnet. Wir hören einen selbstsicheren Gitarristen mit kultiviertem Ton und einer seltenen Eigenschaft: er trägt und treibt die Band mit genau den richtigen Zutaten, spielt sich nie in den Vordergrund und dient mit seinen Klängen stets dem jeweiligen Song. Treyz ist ein moderner Gitarrist alter Schule, ein Musiker mit sympathischem Understatement. Im Open Tuning zupft er liebliche Begleitungen, schlägt groovende Akkordketten und überzeugt an der Dobro mit seinem Slide-Spiel. Ein Album, das von profundem Wissen aller Beteiligten zeugt, die mit Spass aus allen möglichen musikalischen Registern schöpfen. Wunderbar.
Patrick Steinbach
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